{"id":561,"date":"2012-10-12T21:56:59","date_gmt":"2012-10-12T19:56:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.neunbeere.de\/blog\/?p=561"},"modified":"2013-07-12T15:14:46","modified_gmt":"2013-07-12T13:14:46","slug":"zukunft-des-buchmarktes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.neunbeere.de\/blog\/2012\/10\/zukunft-des-buchmarktes\/","title":{"rendered":"Zukunft des Buchmarktes"},"content":{"rendered":"<p>Einige Anmerkungen zum <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.essay-zum-urheberrecht-das-ende-der-buchlaeden.bbef1c78-57de-41f8-938b-9913242da2d8.html\">Artikel in der Stuttgarter Zeitung<\/a>:<\/p>\n<p>In dem Artikel werden schon viele wichtige Aspekte angesprochen.<\/p>\n<p>Einer ist: Im Netz gilt bei Massenware die Formel &#8220;Je g\u00fcnstiger etwas ist, desto mehr kann man damit verdienen&#8221;. Niedrige Preise f\u00fcr eBooks, vor allem f\u00fcr solche, die eigentlich schon finanziert sind, werden deren Verkaufszahlen und damit auch die Gewinne erh\u00f6hen und k\u00f6nnen ein Ausweichen auf den Filesharing-Markt verhindern. Der Filesharing-Markt muss dann nicht als Gefahr gesehen werden, da sich dort dann nur noch Leute mit knappen Finanzen bedienen, an denen sowieso nichts verdient werden kann.<\/p>\n<p>Der zweite wichtige Punkt, der angesprochen wird, ist die Angebotsbreite. Wenn man das, was man m\u00f6chte, nicht kaufen kann, kauft man es auch nicht und schaut sich dann eben nach Alternativen um.<\/p>\n<p>Ich besitze z.B. bereits als Buch die Romane der Caoba-Reihe von B. Traven. Ich wollte die jetzt auch auf meinem Kindle lesen. Ich w\u00e4re bereit gewesen, einige EURO f\u00fcr jedes Buch zu bezahlen, obwohl ich sie ja schon in Toter-Baum-Form besitze. Gibt es aber nicht zu kaufen. Also habe ich sie mir eben anderswo besorgt und weder Verlage noch (Erben des) Autor haben etwas daran verdient.<\/p>\n<p>Interessant dabei ist, dass auch bei den Toter-Baum-Versionen der B\u00fccher Verlag und Autor nichts verdient haben. Die hatte ich mir n\u00e4mlich damals gebraucht gekauft, damals auch, weil es sie nicht offiziell zu kaufen gab (und auch aktuell nicht gibt).<\/p>\n<p>Was in den letzten Jahren im Bereich der gebrauchten B\u00fccher passiert ist, ist eine deutliche Warnung an die Verlage bez\u00fcglich dem, was mit eBooks passieren kann. Amazon hatte Amazon Marketplace eingef\u00fchrt, bei dem auf der gleichen Plattform neue B\u00fccher und gebrauchte B\u00fccher angeboten werden. Mir ist es damals so gegangen (und andere haben mir \u00e4hnliches berichtet): Nachdem ich regelm\u00e4\u00dfig mangels des Angebots neuer B\u00fccher die gebrauchte Variante gekauft hatte und gemerkt hatte, dass es dabei keine merklichen Nachteile gab, fing ich an, B\u00fccher gebraucht zu kaufen, auch wenn es das Buch neu vom Verlag auf Lager gab. Ich habe meine gelesenen B\u00fccher und die so gekauften B\u00fccher dann auch selbst wieder \u00fcber Amazon Marketplace verkauft.<\/p>\n<p>Fast jeder ist so gl\u00fccklich: Leser bekommen schnell, bequem und g\u00fcnstig die B\u00fccher, die sie wollen. Leser k\u00f6nnen B\u00fccher, die sie nicht mehr aufheben wollen, einfach und bequem weiterverkaufen. Die Antiquariate haben sich neue Eink\u00fcnfte erschlossen. Und Amazon und die deutsche Post verdienen sich goldene Nasen.<br \/>\nNur die Verlage und Autoren gehen leer aus.<\/p>\n<p>Etwas \u00e4hnliches ist zu bef\u00fcrchten, wenn die Nachfrage nach eBooks weiter steigt und es die nachgefragten B\u00fccher nur auf dem Filesharing-Markt in digitaler Form gibt. Deswegen m\u00fcssen die Verlage jetzt richtig viel Geld investieren, m\u00f6glichst viele Ver\u00f6ffentlichungen digital anzubieten. Dabei muss es das Interesse der gro\u00dfen Verlage sein, dass auch Nicht-Blockbuster schnell digital verf\u00fcgbar sind, weil potenzielle Kunden sonst vollst\u00e4ndig auf den Filesharing-Markt abwandern. Ich f\u00e4nde es durchaus nicht abwegig, wenn sich die Verlage jetzt zusammen tun, um gemeinsam die Entwicklung freier Software f\u00fcr alle Verlage zu finanzieren, die beim Erstellen von eBooks aus bestehenden Satzdaten hilft. Jeder Verlag profitiert davon, wenn auch seine Konkurrenz m\u00f6glichst viele Titel m\u00f6glichst schnell als eBook anbieten kann.<\/p>\n<p>Wollen die Verlage \/ Autoren nicht zu viel Geld an Amazon verlieren, m\u00fcssen sie m\u00f6glichst schnell eine eigene Alternative schaffen. D.h. sie brauchen ein eigenes Portal f\u00fcr eBooks und eine eigene Linie von eBook-Readern, die perfekt mit diesem Portal verkn\u00fcpft sind. Technisch \/ vom Bedienkomfort darf man dabei nicht hinter Amazon zur\u00fcckfallen. Wichtig ist auch, dass es eben genau ein Portal gibt, bei dem man alle B\u00fccher bekommt. Es m\u00fcssen sich also von Anfang an m\u00f6glichst viele Verlage beteiligen und die Plattform muss offen f\u00fcr alle (auch private) Anbieter sein.<\/p>\n<p>(Jetzt mal alle Aluh\u00fcte wegh\u00f6ren&#8230;^^) So eine Plattform sollte auch Social Networking Aspekte eingebaut haben. Das hei\u00dft, ich muss optional die M\u00f6glichkeit haben, meine gekauften eBooks (oder Teile davon) der \u00d6ffentlichkeit oder Gruppen von Freunden zug\u00e4nglich zu machen. Es muss einen Mechanismus geben, B\u00fccher weiter zu empfehlen. Eine gute Idee w\u00e4ren entsprechende Rabattsysteme: Wenn ich einem Freund ein Buch empfehle und der kauft es, bekommt er es einen Euro g\u00fcnstiger und ich einen Euro Einkaufsgutschein gutgeschrieben. (Da ist dann die Buchpreisbinding im Weg, die in Zeiten von eBooks echt keinen Sinn mehr macht)<\/p>\n<p>Was im Artikel nicht genannt wird ist die M\u00f6glichkeit des Crowd Funding. Das Modell Crowd Funding funktioniert bei B\u00fcchern sicherlich recht gut. So ein Mechanismus k\u00f6nnte in ein gemeinsames Portal der Verlage sicher gut eingebaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Anmerkungen zum Artikel in der Stuttgarter Zeitung: In dem Artikel werden schon viele wichtige Aspekte angesprochen. 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