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	<title>Wolfsbeeren &#187; Menschliches Handeln</title>
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	<description>NineBerrys Blog</description>
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		<title>Open in Public Day</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 17:51:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Teaser: Am Ende des Beitrags gibt es einen Link zu einem 100 MB großen Archiv mit über 4000 privater Fotos. Die Spackeria ruft heute am 28.1. den Open in Public Day aus. Um sich zu beteiligen, soll man peinliche Fotos von sich veröffentlichen, an erster Stelle wird wieder das berühmte Saufbild benannt, das auch Datenschützer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Teaser: Am Ende des Beitrags gibt es einen Link zu einem 100 MB großen Archiv mit über 4000 privater Fotos.</p>
<p>Die Spackeria ruft heute am 28.1. den <a href="http://blog.spackeria.org/2012/01/27/open-in-public-day/">Open in Public Day</a> aus. Um sich zu beteiligen, soll man peinliche Fotos von sich veröffentlichen, an erster Stelle wird wieder das berühmte Saufbild benannt, das auch Datenschützer gerne nennen, wenn über Privatsphäre und soziale Netzwerke gestritten wird.</p>
<h2>Sauffotos</h2>
<p>In meinen Augen ist das Veröffentlichen eines Sauffotos aber keine wirkliche Beeinträchtigung der eigenen Privatsphäre, erst recht kein mutiger Schritt. Alkoholkonsum, auch zeitweiser exzessiver Alkoholkonsum junger Menschen zu besonderen Anlässen ist nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern wird gesellschaftlich fast schon erwartet. In meiner Oberstufenzeit waren es die uncoolen Außenseiter, die erst gar nicht zu Partys gingen oder dort dann keinen Alkohol tranken. Jede Stadt und jedes Dorf kennt seine Volksfeste, Kirmes, Weihnachtsfeiern und so weiter, die fester Bestandteil des kulturellen Lebens sind, bei denen Trunkenheit dazu gehört und wo alle Honoratioren samt Familie zwangsweise anwesend sein müssen. Ich glaube also nicht, dass es viele Fälle gibt, in denen jemand wegen eines Sauffotos nicht eingestellt würde (solange er es nicht direkt auf die Bewerbung klebt).</p>
<p>Viele der veröffentlichten Fotos zeigen &#8220;peinliche Situationen&#8221;, die bewusst herbeigeführt werden. Jemand tut etwas lustiges, steht mit seltsamen Kleidern auf einer Bühne, usw&#8230;</p>
<p>Das sind alles keine Offenbarungen. Bewusst herbeigeführte Ausnahmesituationen können kaum jemanden schocken, solange man dabei im Rahmen dessen bleibt, was gesellschaftlich akzeptiert ist. Sich in der Freizeit mal so richtig zu besaufen, sich mit lustigen Kleidern auf eine Karnevalsbühne zu stellen, usw, das sind alles akzeptierte Dinge. Um wirklich anzuecken, müsste man sich von diesem geplanten Ausscheren aus dem Alltagstrott in eine der beiden davon abweichenden Extremrichtungen bewegen:</p>
<h2>Das Banale schockiert</h2>
<p>Die eine Variante ist natürlich, Dinge zu zeigen, die gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. Das soll aber nicht hier Thema sein. Denn das andere Extrem kann genauso wirken: Die schonungslose Darstellung des privaten Alltäglichen.</p>
<p>Ein Besoffener auf einer Party &#8211; it&#8217;s not big deal. Aber wie unangenehm und akzeptabel wäre es, jemanden zu zeigen, der jeden Abend alleine zuhause vor dem Fernseher sitzt, vier Bier trinkt und dann einsam ins Bett wankt, um am nächsten Tag wieder aufzustehen, als wäre nichts passiert?</p>
<p>Ist das Alltägliche nicht viel anstößiger als das Besondere? Wenn in Filmen jemand in der Nase popelt, dann ist das so gemacht, dass wir als Zuschauer sehen, dass es gespielt ist. Der Finger wandert nicht ins Nasenloch. Schauspieler spielen ohne Probleme authentisch wirkende Sex-Szenen, Computertricks zeigen uns realistische Eingeweide, wenn bei Saw die Kreissäge in den Unterkörper fährt, aber Nasepopeln ist immer nur sichtbar angedeutet.</p>
<p>Tatsächlich gibt es einen Teil der Privatsphäre, der nicht die Person vor der Öffentlichkeit schützt, sondern die Öffentlichkeit vor der Person. Jeder weiß, dass fast jeder andere in der Nase popelt, sich selbstbefriedigt, furzt, zuhause im labrigen löchrigen T-Shirt herum sitzt, an allen möglichen und unmöglichen Stellen behaart ist, usw. Die Öffentlichkeit fühlt sich davon belästigt. Dieser Teil der Privatsphäre wird in der Diskussion um Datenschutz, Internet und Öffentlichkeit bisher leider kaum angesprochen. Inwieweit hat die Öffentlichkeit ein &#8220;Recht&#8221;, nicht von privaten Dingen einzelner Personen belästigt zu werden? Und in wie weit steckt dieser Gedanke zumindest teilweise auch hinter dem Interesse konservativer Kreise an einer Trennung zwischen Privatem und Öffentlichem?</p>
<p>Eine Anekdote zur Illustration: In meinem Elternhaus wacht meine Mutter streng darüber, dass abends, wenn es dunkel wird, die Rollläden im Badezimmer geschlossen werden. Es ist verboten, sich bei angeschalteter Lampe im Badezimmer aufzuhalten und nicht sofort die Rollläden zu schließen. Es ist nicht so, dass von außen jemand etwas sehen könnte. Das Bad hat Vorhänge und alle anderen Häuser sind weit genug entfernt, so dass man Sicherheit keine klaren Umrisse erkennen kann, wenn man von außen schaut. Die Interessanten Dinge spielen sich ja auch nicht direkt am Fenster ab, sondern weiter davon entfernt. Darauf angesprochen, räumte meine Mutter das alles auch ganz offen ein, aber -erklärte sie- wer von außen das Licht sieht und weiß, dass das Fenster zum Badezimmer gehört, weiß dass gerade jemand das Badezimmer benutzt. Und das, so erklärte sie weiter, gehört sich nicht, weil die Person sich dann ja ausdenken könnte, was da vielleicht gerade vor sich geht, dass da nämlich dann in dem Raum Personen gerade nackt herumlaufen. Das Entscheidende: Nach dieser Denkweise ist nicht die Person im Badezimmer das Opfer, sondern die Person außerhalb, die quasi dazu gezwungen wird, anzunehmen, eine ihr bekannte Person ist gerade in dem Moment nur wenige Meter entfernt nackt.</p>
<h2>Mein Webcamarchiv</h2>
<p>Also: Mutig ist durchaus das Gewöhnliche zu veröffentlichen. Das tue ich mit <a href="http://www.neunbeere.de/ExtRef/WebcamArchive.rar">einer Sammlung von über 4000 Bildern meiner Webcam</a>. (Bilder alle unter <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC-0</a>, soweit keine anderen Personen darin sichtbar sind)</p>
<p>Entstanden sind diese zwischen 2001 und 2008. In diesem Zeitraum zeigte ich ein Live-Bild meiner Webcam, das automatisch alle paar Minuten aktualisiert wurde, wenn mein Computer lief (und die Webcam nicht von Hand deaktiviert).</p>
<p>Die zum Upload verwendete Software löschte alte Fotos automatisch. Ich habe nur ab und an mal eine Kopie angelegt, deswegen sind nur wenige Zeiten abgedeckt. Von Hand abgeschaltet habe ich die Cam üblicherweise, wenn ich Besuch hatte, wenn ich Dinge tat, die man ohne Altersprüfung nicht öffentlich zeigen darf oder wenn ich wollte, dass ich gegenüber Bekannten mit Internetzugang als &#8220;offline&#8221; erscheine.</p>
<p>Hier kommt dann auch die Informationelle Selbstbestimmung ins Spiel. Ich war und bin sehr froh darüber, jederzeit die Kontrolle darüber zu haben, was öffentlich gesehen wird und was nicht. Deswegen fühlte ich mich durch die Webcam auch nicht eingeschränkt. Ich wusste, dass ich sie jederzeit deaktivieren kann, wenn ich das möchte. Menschen brauchen diese Freiräume, davon bin ich fest überzeugt.</p>
<p>Das eigentliche Themenkomplex &#8220;Kontrollverlust / Post Privacy&#8221; ist mit dieser ganzen Diskussion deswegen auch gar nicht berührt. Ebenso die Frage, wie weit es gerechtfertigt ist, dass Datenschutz andere Freiheiten einschränkt.</p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=472&amp;md5=3cb84e340c6e86c51e0a3a29e8248772" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>TomTom</title>
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		<pubDate>Mon, 23 May 2011 22:57:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutzkritische Spackeria]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches Handeln]]></category>
		<category><![CDATA[Post Privacy]]></category>
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		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Da momentan ja wieder heftig die Sache mit dem Datenschutz in den Unternehmen diskutiert wird, hier ein Blogbeitrag, den ich eigentlich vor einem Monat schreiben wollte. Es ging damals um einen weiteren Datenschutzskandal, der gerade die Runde machte: Der Hersteller von Navigationsgeräten Tom Tom hatte demnach Daten seiner Nutzer an die niederländische Polizei verkauft, damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da momentan ja wieder heftig die Sache mit dem Datenschutz in den Unternehmen diskutiert wird, hier ein Blogbeitrag, den ich eigentlich vor einem Monat schreiben wollte.</p>
<p>Es ging damals um einen weiteren Datenschutzskandal, der gerade die Runde machte: Der Hersteller von Navigationsgeräten Tom Tom hatte demnach Daten seiner Nutzer an die niederländische Polizei verkauft, damit diese weiß, wo sie Radarfallen aufstellen soll. Aluhut Frank Rieger hat z.B. <a href="http://frank.geekheim.de/?p=1795">in einem Blogpost</a> gefordert, Tom Tom solle &#8220;zügig offenlegen, wie die Daten genau aussehen, die es da erhebt und verkauft&#8221;.</p>
<p>Seltsame Forderung, da ja bereits eine kurze Google-Suche zu diesem Zeitpunkt genau diese Informationen liefert: <a href="http://via.nl/nieuws.asp?id=132&amp;taal=en">http://via.nl/nieuws.asp?id=132&amp;taal=en</a></p>
<p>Kurze Zusammenfassung:</p>
<ul>
<li>Tom Tom hat die Daten nicht direkt an die niederländische Polizei verkauft. Die Daten werden an die Firma Via.nl lizenziert. Diese Firma bietet staatlichen Stellen in den Niederlanden Dienstleistungen zur Analyse von Verkehrsflüssen.</li>
<li>Die eigentlichen Daten werden unter dem Namen &#8220;Tom Tom Speed Profiles&#8221; lizenziert. Fragt man Google, findet man relativ schnell heraus, dass die Daten hier maximal anonymisiert geliefert werden. Es gibt keine Bewegungsprofile einzelner Geräte, sondern nur Durchschnittsgeschwindigkeiten aller Geräte auf einem bestimmten Straßenabschnitt zu einer bestimmten Tageszeit. Auf die einzelnen Nutzer sind also keine Rückschlüsse möglich.</li>
<li>Via.nl kombiniert diese Informationen mit anderen Informationen zu Unfallstatistiken und Anwohner-Beschwerden und erhält somit Informationen darüber, an welchen Straßenabschnitten Geschwindigkeitskontrollen besonders sinnvoll sind.</li>
</ul>
<p>Mit anderen Worten: Die gesamte Aufregung war für die Katz. Die Energie hätte man besser woanders investieren sollen.</p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=402&amp;md5=707e8f09260192a8637894faf8903d03" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Tradition (Jesus, Judentum und Datenschutz)</title>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2011 18:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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		<description><![CDATA[Das meiste, was Menschen tun, ergibt irgendeinen Sinn, hat einen sinnvollen Grund, wieso es getan wird. Es ist aber auch so, dass menschliche Handlungsweisen die Tendenz haben, sich manchmal zu Traditionen zu entwickeln, das bedeutet, dass die Handlungsweise weitergeführt wird, obwohl der eigentliche Grund gar nicht mehr unbedingt besteht. Traditionen können ein Eigenleben entwickeln und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das meiste, was Menschen tun, ergibt irgendeinen Sinn, hat einen sinnvollen Grund, wieso es getan wird. Es ist aber auch so, dass menschliche Handlungsweisen die Tendenz haben, sich manchmal zu Traditionen zu entwickeln, das bedeutet, dass die Handlungsweise weitergeführt wird, obwohl der eigentliche Grund gar nicht mehr unbedingt besteht. Traditionen können ein Eigenleben entwickeln und sich so verändern, dass eine Verbindung zum ursprünglichen Grund gar nicht mehr existiert, vielleicht sogar gar nicht erkennbar ist oder der ursprünglichen Intention sogar zuwiderläuft.</p>
<p>Sehr schön sieht man das bei religiösen Traditionen. Der jüdische Glaube ist eine wahre Fundgrube an Traditionen, die ein Eigenleben entwickelt und sich nicht nur verändert haben, sondern durch permanente Neuinterpretation und Ausweitung geradezu absurde Auswüchse gebildet haben.</p>
<h3>I can haz cheezburger?</h3>
<p>So gibt es in den jüdischen Speisevorschriften eine strikte <a href="http://www.payer.de/judentum/jud504.htm#6.">Trennung zwischen „fleischigen“ und „milchigen“ Speisen</a>. Isst man eine Mahlzeit, in der Fleisch in irgendeiner Form enthalten ist, so darf man für mehrere Stunden keine Mahlzeit zu sich nehmen, die Milch- oder Milchprodukte enthält. Ein Cheese-Burger kommt für einen gläubigen Juden also nicht in Frage.</p>
<p>Das ist aber noch nicht das Ende. Inzwischen hat sich eine Tradition gebildet, dass fleischige und milchige Speisen überhaupt nicht miteinander in Berührung kommen dürfen. Das geht so weit, dass streng praktizierende jüdische Haushalte zwei separate Sets Geschirr, zwei Sets Bestecke und zwei Sets Kochtöpfe besitzen, jeweils einmal für fleischige und einmal für milchige Speisen. Die Geschirre, Bestecke und Töpfe sind gekennzeichnet, damit man eines davon nicht ausversehen im falschen Kontext verwendet. Teilweise existieren sogar getrennte Geschirrspülmaschinen.</p>
<p>Zurück geht diese Trennung auf einen Vers in der Thora: &#8220;Und sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch&#8221; (Exodus 23,19) Nach aktuellem Stand der Wissenschaft gab es zur Zeit der Entstehung dieses Verses eine benachbarte Volksgruppe, die tatsächlich als Teil ihrer religiös-kulturellen Tradition zu bestimmten Anlässen eine junge Ziege in der Milch der Mutter kochte. Bei dem Bibelvers handelt es sich also um ein Verbot, einen Ritus einer konkurrierenden Religion zu praktizieren. Sinnvollerweise erscheint der Bibelvers demnach auch nicht im Kontext sonstiger Speisevorschriften, sondern im Kontext von Vorschriften zu Opfergaben und religiösen Festen. Die heute daraus entstandene radikale Trennung zwischen fleischigen und milchigen Speisen hat mit dem ursprünglichen Zweck der Regel gar nichts mehr zu tun.</p>
<h3>Sabbat</h3>
<p>Ähnlich beim Gebot der Sabbatruhe. Der Zweck, einen Tag in der Woche zu haben, der der Erholung dient, ist nachzuvollziehen, und auch heute haben wir ja im Grundgesetz, ganz unabhängig vom religiösen Motiv das Konzept eines Tages der Erholung und Arbeitsruhe verankert.</p>
<p>Im orthodoxen Judentum haben sich in der Zwischenzeit die Regelungen, die die Einhaltung der Arbeitsruhe (vor allem den Schutz von Sklaven, Knechten und Ehefrauen) garantieren sollten, verselbständigt. Das Verbot, Feuer zu machen, wird heute auch auf das Einschalten elektronischer Gerätschaften angewendet. Dabei wird nur die  Regel wörtlich ausgelegt und nicht der ursprünglich dahinter stehende Sinn verfolgt. Was dazu führt, dass dann z.B. in Hotels <a href="http://youtu.be/0Psf6atoivI">Fahrstühle eingerichtet werden</a>, die den Sabbat über einfach immer laufen und jedes Stockwerk anfahren; denn das Betätigen von Bedienknöpfen am und im Aufzug würde ja elektrische Signale erzeugen, was als „Feuermachern“ und damit als Brechen der Sabbatruhe gesehen wird.</p>
<p>Schon vor 2000 Jahren hat Jesus (oder die Person, die die zugehörige Geschichte ersonnen hat) den Gegensatz zwischen dem wörtlichen Ausleben einer Regel und dem Verfolgen des ursprünglichen Zwecks der Regelung verstanden und <a href="http://www.bibleserver.com/text/LUT/Markus2,23">darauf hingewiesen</a>: „Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat“ (Markus 2,23-28).</p>
<h3>Gesetze</h3>
<p>Ähnliche teilweise absurde Traditionen findet man natürlich auch in anderen Religionen und generell in kulturellen Bräuchen und Traditionen, z.B. auch im deutschen Rechtssystem. Besonders deutlich wird dies bei den Steuergesetzen, wo es viele Steuern gibt, die einmal für einen bestimmten Zweck eingeführt und erhoben wurden, der heute absolut nicht mehr gegeben ist. Bekanntestes Beispiel ist die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sektsteuer">Sektsteuer</a>, die ursprünglich mal die deutsche Kriegsflotte finanzieren sollte.</p>
<h3>Internet</h3>
<p>Das Internet ist ein Bereich, wo alle Entwicklungen enorm beschleunigt ablaufen. Es ist also zu erwarten, dass der Effekt, dass irgendwann mal sinnvolle Regeln keinen Sinn mehr ergeben, hier gehäuft auftreten wird.</p>
<p>Bei E-Mails gibt es zum Beispiel einen Standard, der besagt, dass Textzeilen maximal 72 Zeichen lang sein sollen. Eingeführt wurde dieser, um E-Mails auf den damals vorhandenen Textbildschirmen mit maximal 80 Zeichen Spaltenbreite darstellen zu können. Heute hat jedes Gerät, das E-Mail-Inhalte darstellen soll, ausreichend Rechenpower (und die notwendigen Funktionen in Programmiersprachen sind ohne Aufwand umsetzbar), um gegebenenfalls einen sinnvollen Textumbruch auf dem Bildschirm je nach Platz automatisch durchzuführen.</p>
<p>Die Regel existiert trotzdem noch im Standard und tatsächlich wird heute einiges an Aufwand getrieben, um diesen Standard intern beizubehalten, es aber vor allen beteiligten E-Mail-Sendern und -Empfängern zu verstecken.</p>
<h3>Datenschutz</h3>
<p>Auch im Datenschutz ist diese Entwicklung zu beobachten. Die aktuellen Datenschutzgesetze entstanden in einer Zeit, als es Datenbanken nur in Serverräumen in Großunternehmen oder Universitäten gab und Datenaustausch zwischen entfernten Rechnern fast ausschließlich über dedizierte Leitungen oder den Versand von Magnetbändern oder gelochten Papierbahnen realisiert wurde.</p>
<p>Heute sammelt fast jede Privatperson auf ihren PCs, Laptops und Handys massenweise persönliche Daten. Viele Menschen bewegen sich mehrere Stunden pro Tag im Internet, um dort berufliche oder private Dinge zu erledigen. Mein Provider speichert für mich per IMAP massenweise private und geschäftliche E-Mails auf seinen Servern, ohne dass wir eine eigentlich nach Datenschutzrecht notwendige Vereinbarung getroffen hätten, wie mit diesen Daten umzugehen ist. Auch die Personen, die mit mir E-Mail-Kontakt haben, wissen nicht, wo ihre E-Mails letztendlich landen und physisch gespeichert werden.</p>
<p>Dass gängige Netz-Praktiken wie das Einbinden von Inhalten von fremden Servern deutschem Datenschutzrecht widersprechen, wurde ja bereits <a title="Datenschutz vergessen im Internet" href="http://www.neunbeere.de/blog/2011/04/datenschutz-vergessen-im-internet/">in einem anderen Blogpost</a> besprochen.</p>
<h3>Datenschutzerklärung</h3>
<p>Besonders absurd ist die Sache mit den Datenschutzerklärungen. In der Piratenpartei macht dies aktuell gerade wieder die Runde. Wie schon<a title="Funkfeuer statt Buschtrommel" href="http://www.neunbeere.de/blog/2011/04/funkfeuer-statt-buschtrommel/"> in einem anderen Blogpost</a> erwähnt, ist der Zugang zu Funkfeuer daran gebunden, dass eine Datenschutzerklärung unterschrieben und an die Bundesgeschäftsstelle der Piratenpartei gesendet wird. Da genau dieser Schritt aktuell nicht wirklich rund läuft, wird die praktische Einführung von Funkfeuer in der Breite dadurch verzögert.</p>
<p>Das Unterschreiben einer Datenschutzerklärung hilft aber dem eigentlichen Ziel des Datenschutzes, dem besseren Schutzes vertraulicher Daten kein bisschen. Natürlich wissen die Leute, dass sie mit den Daten vertraulich umgehen müssen. Die Tatsache, dass sie dies unterschreiben, unterstützt sie kein bisschen dabei, dies dann auch tatsächlich in der Praxis umzusetzen. Eine Schulung, ein Dokument, das die wichtigsten Basics erklärt oder andere Maßnahmen könnten das Ziel sehr viel besser erreichen.</p>
<p>Oder wie Jesus sagen würde: „Der Datenschutz ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Datenschutz.“</p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=377&amp;md5=6e68c99044cc6123e639afe70c98e558" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wer nichts zu verbergen hat&#8230;</title>
		<link>http://www.neunbeere.de/blog/2011/04/wer-nichts-zu-verbergen-hat/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 01:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Thema Privatsphäre im Angesicht der technischen Umwälzungen (Internet) wird aktuell heftig diskutiert. Ich hatte zu dem Thema ja bereits während der letzten paar Monate ein paar mal hier gebloggt und auch auf der Open Mind 10 einen Vortrag dazu gehalten. Diese Überlegungen möchte ich noch weiter vertiefen. In meinem Kopf haben sich dazu jede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema Privatsphäre im Angesicht der technischen Umwälzungen (Internet) wird aktuell heftig diskutiert. Ich hatte zu dem Thema ja bereits während der letzten paar Monate ein paar mal hier gebloggt und auch auf der <a title="Das flirtende Spackeria-Monster" href="http://www.neunbeere.de/blog/2011/03/das-flirtende-spackeria-monster/">Open Mind 10 einen Vortrag</a> dazu gehalten. Diese Überlegungen möchte ich noch weiter vertiefen. In meinem Kopf haben sich dazu jede Menge Gedanken angesammelt, die ich in den nächsten Wochen und Monaten ordnen und dann immer wieder in Blogbeiträgen hier wiedergeben möchte.</p>
<p>In diesem Blogpost möchte ich klarstellen, dass das Konzept der Privatsphäre nicht obsolet ist und es auch nie sein wird. Ich werde den für mich wichtigsten Grund nennen, wieso wir Privatsphäre brauchen. Es gibt auch noch andere Gründe, die ich vielleicht in anderen Blogposts ansprechen werde. Wichtig ist, dass die Art und Weise, wie wir Privatshäre genau definieren und wie wir sie garantieren können, sich aber in Zukunft ändern muss und ändern wird. Darauf müssen wir als Gesellschaft vorbereitet sein.</p>
<h3>Wer nichts zu verbergen hat&#8230;</h3>
<p>Der bekannte Spruch &#8220;Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten&#8221; wird oft von Befürwortern staatlicher Überwachung herangezogen, um den Abbau der Privatsphäre zu legitimieren. Teilweise wird dieser jetzt auch von datenschutzkritischen Netzaktivisten verwendet. Noch extremer drückte das der Google-Chef Eric Schmidt aus, als er sagte: “If you have something that you don’t want anyone to know maybe you shouldn’t be doing it in the first place”.</p>
<p>Zugrunde liegt beiden Gedankengängen ein entscheidender Fehler, nämlich die Annahme, die gesellschaftlichen Regeln und Gesetze, die bestimmen, welche Aktionen und Informationen negative Folgen haben, seien gut und gerecht. Dies ist eigentlich eine sehr stark konservative Denkweise. Sie geht davon aus, dass das bestehende, traditionelle System bereits perfekt ist und immer perfekt bleibt.</p>
<p>Schauen wir uns aber die Realität an, sehen wir, dass sich diese Regeln in einem konstanten Fluss befinden. Drehen wir die Uhr 50 Jahre zurück, leben wir in einem Land, in dem es gesellschaftlich und rechtlich akzeptabel ist, wenn der Vater die Kinder schlägt oder seine Frau zum Sex zwingt, nicht aber, wenn zwei erwachsene Männer einvernehmlichen Geschlechtsverkehr haben. Heute sind die Verhältnisse genau umgekehrt. Auch bei Betrachtung kürzerer Zeiträume stellt man fest, dass sich moralische und rechtliche Regeln immer wieder ändern. Manche Dinge werden gesellschaftsfähig und legal, während andere diesen Status verlieren.</p>
<p>Wir können auch nicht annehmen, dass die aktuellen gesellschaftlichen Regeln der Weisheit letzte Schluss sind. Viele werden ja offen infrage gestellt. So gibt es Forderungen, weiche Drogen zu legalisieren und die Strafbarkeit von Beischlaf unter Verwandten aus den Strafgesetzen zu streichen. Es ist sicher garantiert, dass in einem Zeitraum von mehreren Jahrzehnten in der Zukunft gesellschaftliche Spielregeln herrschen werden, die wir uns heute überhaupt nicht vorstellen können. Um nur wild zu spekulieren: Möglicherweise wird es im Jahr 2100 verboten und gesellschaftlich geächtet sein, Säugetiere zur Nahrungsmittelproduktion zu halten und zu töten, während der Geschlechtsverkehr mit ihnen unter bestimmten Umständen erlaubt sein wird. Es ist schwer für uns vorstellbar, aber es ist möglich, genauso wie jedes andere System von Moral, das uns heute noch absurd erscheinen würde.</p>
<h3>Ein humaner Rechtsstaat</h3>
<p>Kurz gesagt hat jede Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit Regeln und Gesetze, die von anderen Gesellschaften an anderen Orten oder zu anderen Zeiten als unfair, als unethisch betrachtet werden. Ein Rechtsstaat zeichnet sich dadurch aus, dass es festgeschriebene Gesetze gibt, die für alle gleichermaßen gelten. Der Rechtsstaat muss darauf beharren, dass diese Gesetze auch eingehalten werden. Wenn man  nun aber oben stehende Erkenntnis berücksichtigt, so muss ein wirklich humaner Rechtsstaat meiner Überzeugung nach seine eigene Fehlerhaftigkeit anerkennen und vor allem im privaten Bereich Freiräume lassen, in denen er den Bürgern eine Möglichkeit einräumt, die Gesetze und gesellschaftlichen Normen zu umgehen. Diese Freiräume werden durch die Privatsphäre der einzelnen Bürger gebildet.</p>
<p>Privatsphäre bedeutet in meinen Augen und meiner Überzeugung nach, dass ein humaner Rechtsstaat seinen Bürgern die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung stellen und garantieren muss, mit denen der Bürger sich in einem begrenzten Rahmen den Regeln eben dieses Staates entziehen kann. In diesen Freiräumen passieren dann notwendigerweise Verstöße gegen die allgemeinen gesellschaftlich akzeptierten Normen und Gesetze. Ein beliebiger subjektiver Betrachter wird einen Teil dieser Regelbrüche als positiv betrachten und einen Teil als negativ. Eine objektive Betrachtung ist nicht möglich.</p>
<p>Ich kann z.B. sagen, wenn ein Mann diese Freiräume nutzt, um seine Frau zu misshandeln, finde ich das nicht gut, wenn jemand die Möglichkeit nutzt, um die in meinen Augen allzu strengen Urheberrechte zu umgehen, finde ich das gut. Eine andere Person wird diese Aktionen unter Umständen anders bewerten.</p>
<h3>Privatsphäre</h3>
<p>Diese Freiräume können nur durch Verschwiegenheit geschaffen werden. In der Öffentlichkeit stattfindende Verstöße gegen das allgemeingültige Gesetz muss der Rechtsstaat natürlich verfolgen. Sobald er von einem Regelverstoß erfährt, muss er diesen auch ahnden, andernfalls wäre entweder die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz nicht mehr garantiert oder die demokratische Kontrolle der Parlamente über die Gesetze bestünde nicht mehr. Diese Freiräume können also nur dadurch entstehen, dass man Situationen schafft, die der Öffentlichkeit und insbesondere dem Staat verborgen bleiben.</p>
<p>Dies ist ein Grund, wieso die Unversehrtheit der Wohnung ein so hohes Gut ist. Dies ist ein Grund, wieso das Abhören privater Wohnungen ohne richterlichen Beschluss abgelehnt werden muss. Dies ist ein Grund, wieso ein privater Computer tabu sein muss und ohne konkrete Verdachtsmomente und ohne richterlichen Beschluss kein Zugriff darauf erfolgen darf.</p>
<p>Es reicht nun aber nicht, eine strikte Grenze an den Türen und Fenstern privater Wohnungen zu ziehen. Der öffentliche Raum verbindet private Wohnungen miteinander. Zwei Personen, die nicht in der gleichen Wohnung leben, können nicht miteinander agieren, ohne den öffentlichen Raum zu durchqueren. Durch eine lückenlose Überwachung des öffentlichen Raums könnte man sehr viele Rückschlüsse darüber ziehen, was viele Menschen in der Privatheit ihrer eigenen Wohnung treiben. Deswegen muss auch im öffentlichen Raum ein bestimmtes Maß an Privatsphäre herrschen. Eine lückenlose Überwachung, eine unfreiwilligen Erstellung von Bewegungsprofilen etc. darf man nicht zulassen.</p>
<p>Hier begegnen wir auch gleich dem ersten Problem, das die neuen Technologien mit sich bringen: Der öffentliche Raum wird nach und nach (auch ohne staatliche Maßnahmen) allein durch das Verhalten von Einzelpersonen immer stärker technisch erfasst, so dass die Bewegungsdaten von Menschen ohne deren Zutun plötzlich Teil einer öffentlichen Datensammlung werden, auf die dann sowohl der Staat als auch private Personen und Institutionen zugreifen können.</p>
<p>Um diesem Problem zu umgehen, müssen wir zum einen rechtsstaatliche Mechanismen haben, die eben sicherstellen, dass sich der Staat dieser Möglichkeiten nicht bedient, auch wenn er könnte. Zum anderen müssen wir jedem einzelnen das Recht und die technischen Möglichkeiten an die Hand geben, sich bewusst dieser Überwachung zu entziehen. Dazu gehört z.B., dass es weiterhin ein Recht gibt, sich in der Öffentlichkeit zu vermummen. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass es weiterhin bargeld-artige anonyme Zahlungsmittel gibt. Und vieles mehr.</p>
<h3>Gemeinschaft</h3>
<p>Wer etwas zu befürchten hat, hat etwas zu verbergen, aber es ist auch gut und richtig, dass er das dann zu einem bestimmten Grade auch verbergen kann. Der humane Rechtsstaat, der sich seiner eigenen Imperfektion bewusst ist, muss dem Bürger die Möglichkeit eröffnen, sich im Privaten den Regeln dieses Staates zu entziehen. Darüber hinaus ist es nicht nur der Rechtsstaat, vor dem man etwas verbergen möchte. Unabhängig von den gesetzlichen Regeln des Staates existieren in vielen Gemeinschaften eigene Regeln, für die natürlich das gleiche gilt: Keine dieser Regelwerke ist perfekt und es muss jedem Mitglied die Möglichkeit zugestanden werden, zumindest im privaten die Regeln der Gemeinschaft, in der es sich bewegt, zu brechen.</p>
<h3>Die andere Seite der Medaille</h3>
<p>Wer etwas zu befürchten hat, hat etwas zu verbergen. Es ist schön, wenn dann die Möglichkeit besteht, dieses zu verbergen. Ich habe aber bereits <a title="Zwangsläufigouting" href="http://www.neunbeere.de/blog/2011/03/zwangslaufigouting/">an anderer Stelle ausgeführt</a>, dass es eigentlich noch viel besser wäre, wenn das mit dem Verbergen irgendwann nicht mehr notwendig wäre, sprich dass man irgendwann nichts mehr zu befürchten hätte. Dazu müssen sich die gesellschaftlichen Regeln ändern. Das besondere daran ist nun, dass es in den meisten Fällen nur dann zu Änderungen der gesellschaftlichen Regeln kommt, wenn manche Pioniere negative Folgen gezielt in Kauf nehmen und sich eben nicht mehr verbergen.</p>
<p>Das gezielt Heraustreten aus der Privatsphäre (wenn die Bedingungen stimmen) kann so die Voraussetzungen schaffen, dass in Zukunft die Flucht in die Privatsphäre für diese eine Interessensgruppe oder diesen einen Aspekt nicht mehr notwendig ist. Auch dazu hatte ich <a title="Post Privacy" href="http://www.neunbeere.de/blog/2010/08/post-privacy/">schon einmal etwas gebloggt</a>&#8230;.</p>
<h3>Ausblick</h3>
<p>Nachdem ich hier einmal klargestellt habe, dass ich das Konzept Privatsphäre für sehr wichtig und schützenswert halte, werden sich die nächsten Blogposts dann aber etwas kritischer mit dem Thema befassen. Es wird unter anderem gefragt werden, wie sich Privatsphäre in einer geänderten technischen und gesellschaftlichen Umgebung am sinnvollsten umsetzen lässt und ob von bestimmten Formen der Umsetzung von Privatsphäre nicht auch tatsächlich mehr Schaden als Nutzen ausgehen kann.</p>
<p>Daneben werde ich aber immer auch das Konzept Privatsphäre weiter verteidigen. Ich werde unter anderem noch weitere gute Gründe für die Notwendigkeit von Privatsphäre nennen und auch folgenden Gedanken vertiefen:</p>
<p>Wenn in unserer Gesellschaft Pioniere notwendig sind, die ihre Privates öffentlich machen, um für sich und andere mehr Freiheit zu erkämpfen, wie wird dies in einer potenzielle Post-Privacy-Gesellschaft aussehen? Wird es dort Pioniere geben, die sich bewusst ins Private zurückziehen, obwohl sie es nicht nötig hätten, um für andere, die auf Privatsphäre angewiesen sind, die Freiheit zu sichern, diese zu nutzen?</p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=323&amp;md5=c85fddb6ae4cfdf1d6e7176e636768d3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wir und die</title>
		<link>http://www.neunbeere.de/blog/2011/04/wir-und-die/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 23:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
				<category><![CDATA[Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches Handeln]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Pluralismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Als Menschen sind wir Gruppenwesen. Es scheint biologische Faktoren zu geben, die dafür sorgen, dass wir uns als Einzelpersonen sehr leicht mit den Gruppen, zu denen wir gehören, identifizieren. Dazu gehört dann häufig auch die gemeinsame Ablehnung anderer Gruppen  oder häufig einer speziellen anderen Gruppe als verbindendes, die eigene Gruppe zusammenschweißendes Element. Der gleiche Mechanismus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Menschen sind wir Gruppenwesen. Es scheint biologische Faktoren zu geben, die dafür sorgen, dass wir uns als Einzelpersonen sehr leicht mit den Gruppen, zu denen wir gehören, identifizieren. Dazu gehört dann häufig auch die gemeinsame Ablehnung anderer Gruppen  oder häufig einer speziellen anderen Gruppe als verbindendes, die eigene Gruppe zusammenschweißendes Element. Der gleiche Mechanismus funktioniert bei Religionen genauso wie bei Staaten, Fußballfanclubs, ethnischen Gruppen und eben auch politischen Parteien.</p>
<p>Ein Aspekt davon  ist, dass man Fehlverhalten in der eigenen Gruppe ganz anders bewertet, vielleicht verteidigt oder sogar gar nicht als Fehlverhalten wahrnimmt als in der verfeindeten Gruppe.</p>
<p>Im folgenden zwei Beispiele aus meiner Twitter-Timeline. Die beteiligten Personen mögen sich nicht persönlich angegriffen fühlen. Ich beschreibe hier ja einen allgemeinen Mechanismus, der uns allen gleichermaßen eigen ist.</p>
<h3>Schmähung politischer Gegner</h3>
<p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/Tweet_Group2.png"><img class="alignnone size-full wp-image-333" title="Schmähung politischer Gegner" src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/Tweet_Group2.png" alt="Screenshot von zwei aufeinanderfolgenden Tweets. Erster Tweet von @Stefan_K_GP: &quot;RT @krohlas: Wie viel Hass steckt eigentlich in der #CDU- #CSU-? http://is.gd/kyZOo #diedafürpartei&quot; Zweiter Tweet von @Stefan_K_GP: &quot;Die Guido Westerwelle-Briefmarke wurde von der Deutschen Post wieder aus dem Sortiment genommen. Die Leute bespuckten die falsche Seite.&quot;" width="400" height="147" /></a></p>
<p>Der Twitter-User <a href="http://twitter.com/Stefan_K_GP">@Stefan_K_GP</a> bewertete hier in zwei direkt aufeinander folgenden Tweets vom 11. Januar 2011 zwei vergleichbare Schmähungen politischer Gegner sehr unterschiedlich, nur weil er im ersten Fall auf einer anderen Seite steht als im zweiten.</p>
<p>Der erste Tweet bezieht sich auf ein <a href="http://www.focus.de/politik/videos/csu-spot-gruen-und-dumm_vid_22333.html">CSU-Werbevideo</a>, das Die Grünen in einem Zeichentrickfilm als Dagegen-Partei verschmäht, in der es eben nur Steinewerfer gäbe. Stefan retweetet hier einen Kommentar von <a href="http://twitter.com/krohlas">@krohlas</a>, der anlässlich des Videos die Frage stellt &#8220;Wie viel Hass steckt eigentlich in der CSU?&#8221;.</p>
<p>Im genau darauf folgenden Tweet schreibt Stefan aber selbst &#8220;Die Guido Westerwelle-Briefmarke wurde von der Deutschen Post wieder aus dem Sortiment genommen. Die Leute bespuckten die falsche Seite&#8221;. Er betreibt also hier selbst eine Schmähung des politischen Gegners, die man durchaus als von Hass geprägt sehen kann.</p>
<p>Ob eine Schmähung des politischen Gegners abgelehnt oder sogar selbst durchgeführt wird, kann sich also innerhalb von Sekunden ändern, abhängig davon, ob man selbst die geschmähte Gruppe ablehnt oder nicht.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel:</p>
<h3>Wählermanipulation</h3>
<p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/Tweet_Group3.png"><img class="alignnone size-full wp-image-334" title="Wählermanipulation" src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/Tweet_Group3.png" alt="Screenshot von drei relativ zeitgleichen Tweets. Erster Tweet von @skymaus: &quot;#Piraten Flagge auf Privatgrundtück vor #ltwrlp Wahllokal musste weg - bis mein Schwiegervater Wellen gemacht hat - jetzt hängt Sie wieder!&quot; Zweiter Tweet von @Donnerbeutel: &quot;@sebaso Plakate an Wahllokalen. Laut par. 18 landeswahlgesetz verboten. ;)&quot; Dritter Tweet von @Donnerbeutel: &quot;Die CDU verstößt anscheinend landesweit gegen die Bannmeile. Bitte dokumentiert und meldet es im Wahllokal.&quot;" width="400" height="222" /></a></p>
<p>Diese Tweets vom 27. März 2011 beschäftigen sich mit der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, die an diesem Tag stattfand. <a href="http://twitter.com/Donnerbeutel">@Donnerbeutel</a>, der zu diesem Zeitpunkt stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Piratenpartei ist, regt sich hier mächtig über Wahlplakate politischer Gegner in der Nähe von Wahllokalen auf. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich an dem Tag auch Plakate der Piratenpartei in der Nähe von Wahllokalen befanden. Es ist schlicht und einfach praktisch unmöglich, vor allem für ehrenamtliche Helfer, die sogar vielleicht in fremden Gegenden Plakate aufhängen, zu wissen, wo sich Wahllokale befinden und wo nicht.</p>
<p>Passenderweise verhält sich <a href="http://twitter.com/@Skymaus">@Skymaus</a>, Direktkandidatin der Piraten im Wahlkreis Kusel genau gegenteilig. Ganz stolz berichtet sie, wie sie dafür kämpfte, dass Piratenwerbung vor einem Wahllokal hängen bleibt. Donnerbeutel folgt Skymaus auf Twitter, muss diesen Tweet also gesehen haben, hat aber (zumindest öffentlich) nicht darauf reagiert.</p>
<p>Ähnliches war übrigens am gleichen Tag auch nebenan in Baden-Württemberg zu beobachten, wo auch eine Landtagswahl stattfand. Während einige Piraten aufgeregt dazu aufriefen, Verstöße gegen die Bannmeile um Wahllokale energisch zu bekämpfen, berichteten andere auf dem gleichen Kommunikationskanal vom Besuch im Wahllokal im Piraten-T-Shirt.</p>
<h3>Schlussfolgerung</h3>
<p>Wie schon oben gesagt, denke ich, dass dieses Verhalten uns Menschen angeboren ist. Ganz vermeiden können wir es auf keinen Fall, es hat in begrenztem Maße sicher auch positive Effekte. Wir sollten uns aber immer dessen bewusst sein, dass wir dazu neigen, unterschiedliche Standards beim Bewerten des Verhaltens von Feinden und beim Bewerten des Verhaltens von Freunden anlegen.</p>
<p>Wer also einen Gegner attackieren möchte, soll bitte vorher prüfen, ob er nicht zu strenge Maßstäbe an dessen Verhalten anlegt. Und auch beim Beurteilen des Verhaltens unserer Verbündeter sollten wir sicher manchmal etwas kritischer sein.</p>
<p>Das gilt übrigens auch für verschiedene Gruppierungen innerhalb der Piratenpartei. Es passiert momentan z.B. hier in Baden-Württemberg leider viel zu oft, dass Berliner Piraten als &#8220;die Gegner&#8221; wahrgenommen werden und enorm strenge Maßstäbe  an das Verhalten von Piraten im Berliner Landesverband angelegt werden, während man ähnlich schlimme Verfehlungen in der eigenen Umgebung übersieht oder sogar verteidigt oder sogar mitmacht. Gleiches natürlich auch umgekehrt und in ganz anderen Konstellationen.</p>
<p>Auch die aktuell sehr hitzige Diskussion zwischen der &#8220;Spackeria&#8221; und den &#8220;Datenschützern&#8221; zeigt solche Züge. Ich möchte hier alle dazu aufrufen, in dieser Situation besonders darauf zu achten, dass man nicht zu sehr dem Gruppendenken verfällt. Ich habe auch an mir selbst gemerkt, dass mir das zeitweise passiert ist.</p>
<p>Versucht, euch tatsächlich die Argumente und Vorstellungen der &#8220;Gegenseite&#8221; anzuhören. Seht über &#8220;Ausfälle&#8221; der anderen Seite hinweg und kritisiert ruhig auch mal Leute &#8220;in den eigenen Reihen&#8221;, wenn die in ihrem gerechten Zorn zu weit übers Ziel hinaus schießen.</p>
<p>Danke fürs Zuhören. Die Moralpredigt ist nun zu Ende <img src='http://www.neunbeere.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=332&amp;md5=bdc47a182a9b330df47e8ef1ca7fd3f5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Piraten bereits 1931 in Regierung</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 15:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[B. Traven]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches Handeln]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine der Grundideen der weltweiten Piratenparteibewegung ist ja folgende: &#8220;Das besondere an Informationen und Kultur ist, dass sie umso wertvoller werden, je mehr sie geteilt und verbreitet werden.&#8221; Man könnte denken, diese Erkenntnis sei etwas vollk0mmen neues und revolutionäres, die erst mit Existenz der neuen digitalen Medien gewonnen wurde. Ich habe den gleichen Gedanken aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der Grundideen der weltweiten Piratenparteibewegung ist ja folgende: &#8220;Das besondere an Informationen und Kultur ist, dass sie umso wertvoller werden, je mehr sie geteilt und verbreitet werden.&#8221; Man könnte denken, diese Erkenntnis sei etwas vollk0mmen neues und revolutionäres, die erst mit Existenz der neuen digitalen Medien gewonnen wurde. Ich habe den gleichen Gedanken aber schon in dem gesellschaftskritischen Roman &#8220;Regierung&#8221; von B. Traven gefunden, der bereits 1931 geschrieben wurde.</p>
<p>Hier der relevante Auszug:</p>
<blockquote><p>Und er hatte diesen Wunsch, ohne zu wissen, daß erworbene oder erfahrene Kenntnisse anderen Menschen aus reiner Hilfsbereitschaft mitzuteilen den Gebenden reicher macht, als er vor der Teilung seiner Schätze war. Denn der Reichtum der Schätze des Wissens eines einzelnen Menschen wächst in dem Umfang, wie die Bildung und das Wissen aller Menschen wächst, die um ihn sind. Die Kultur der menschlichen Gesellschaft beruht nicht in dem gewaltigen Wissen einzelner Menschen, umgeben von Hunderttausenden von unwissenden und ungebildeten Menschen, sondern eine wirklich hohe Kultur bildet sich nur im steten Austausch von Ideen und Gedanken Hunderttausender von Menschen, die eine gleich hohe Grundbildung haben und sich aus diesem Grunde in ihren Ideen und Gedanken leichter gegenseitig verständlich machen können. Denn jeder einzelne Mensch, gleich welcher Rasse und Herkunft, vermag, einmal auf den Weg gebracht, Gedanken und Ideen zu entwickeln, die in ihrem Charakter durchaus ursprünglich sind und neu.</p>
<p>Wo die Heranbildung des Geistes und die Disziplinierung der Intelligenz ein Privileg und ein Geschäft einer Kaste ist, die der Berufs-Geistesboxer, die von ihren Schätzen nur anderen Privilegierten die Ware dosenweise oder kistenweise abgeben, da versanden die Quellen einer ständigen Neubefruchtung des menschlichen Geistes, weil die privilegierten Geistesakrobaten Ideen, die von Nichtprivilegierten kommen, ablehnen, und ablehnen müssen, weil ihr Privilegium und ihre soziale Stellung gefährdet werden.</p>
<p><em>B.Traven, Regierung, Büchergilde Gutenberg, Berlin 1932, Kapitel 11.9</em></p></blockquote>
<p>Auch an anderer Stelle findet man im gleichen Buch eine Geschichte, die Piraten sehr vertraut sein dürfte. Der allwissende Erzähler des Romans berichtet hier von den Versuchen der schwedischen Zündholzindustrie, ihr existierendes Geschäftsmodell zu verteidigen, indem andere Arten des Anzündens von Zigaretten verteufelt werden. Worauf genau Traven hier Bezug nimmt, weiß ich nicht. Möglicherweise gab es Anfang des 20. Jahrhunderts tatsächlich Lobbyismus durch die schwedische Zündholzindustrie auf dem amerikanischen Kontinent. Wer genaueres weiß: Ich würde mich auf eine Aufklärung sehr freuen.</p>
<p>Klar ist aber: Die Schilderung des Kampfes der schwedischen Zündholzindustrie, ihr Geschäftsfeld zu verteidigen, dürfte viele Piraten (und nicht nur die) an das Gebaren unserer heutigen Content-Mafia erinnern <img src='http://www.neunbeere.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Hier der relevante Auszug:</p>
<blockquote><p>&#8220;Gracias!&#8221; sagte Don Gabriel und zog die Zündhölzer hervor. Wer eine Zigarette geschenkt bekommt, muß als Erwiderung &#8216;das Zündhölzchen liefern, um das Zündholzmonopol der Schweden nicht zu schädigen und um zu verhindern, daß die Schweden in Spanisch-Amerika Gesetze erzwingen, daß mit Gefängnis nicht unter zwei Jahren jeder bestraft wird, der etwa den Versuch machen sollte, seine Zigarette an einer bereits glimmenden anderen Zigarette anzuzünden oder gar, was böser ist, die Zigarette an einem glühenden Stöckchen, das aus dem Campfeuer gezogen wird, anzurauchen. Das eine haben die schwedischen Zündholzmonopolisten ja schon durch geschickte Propaganda erreicht, daß niemals mehr als zwei Mann an demselben Zündholz ihre Zigarette anzünden, weil der dritte Mann, der etwa dasselbe Hölzchen gebrauchen sollte, an dem schon zwei andere ihre Zigaretten angeleuchtet haben, für den Rest seines Lebens von dauerndem Unglück verfolgt wird, aus welchem Bann er sich nur dadurch befreien kann, daß er in einer lateinamerikanischen Republik eine Revolution anzettelt mit dem Zweck, an Stelle eines monopolfeindlichen Präsidenten einen monopolfreundlichen zu setzen.</p>
<p><em>B.Traven, Regierung, Büchergilde Gutenberg, Berlin 1932, Kapitel 7.3</em></p></blockquote>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=320&amp;md5=f5912108f6a0842a5a1d6370b738f4bd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zwangsläufigouting</title>
		<link>http://www.neunbeere.de/blog/2011/03/zwangslaufigouting/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 14:53:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutzkritische Spackeria]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches Handeln]]></category>
		<category><![CDATA[Post Privacy]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorgeschichte Ich habe heute auf Twitter den Begriff &#8220;Zwangsläufigouting&#8221; erfunden (Google findet jedenfalls noch keine Fundstelle dafür). Ich möchte hier kurz erklären, was ich damit meine. Details folgen eventuell irgendwann später. In einem Schlagabtausch auf Twitter zwischen @cfritzsche und @CaeVye ging es um die Frage von Schutzräumen, Öffentlichkeit und Privatsphäre. Wie so oft wurde das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Vorgeschichte</h3>
<p>Ich habe heute auf Twitter den Begriff &#8220;Zwangsläufigouting&#8221; erfunden (Google findet jedenfalls noch keine Fundstelle dafür). Ich möchte hier kurz erklären, was ich damit meine. Details folgen eventuell irgendwann später.</p>
<p>In einem Schlagabtausch auf Twitter zwischen <a href="http://twitter.com/cfritzsche">@cfritzsche</a> und <a href="http://twitter.com/CaeVye">@CaeVye</a> ging es um die Frage von Schutzräumen, Öffentlichkeit und Privatsphäre. Wie so oft wurde das Thema Homosexualität gewählt und es wurde über den Unterschied zwischen Zwangsoutings und Coming-Outs gesprochen. Hier habe ich den Begriff &#8220;Zwangsläufigouting&#8221; eingeworfen.</p>
<p>Bei einem Coming-Out entscheidet sich ein Schwuler oder eine Lesbe dazu, die eigene Homosexualität gegenüber der Öffentlichkeit, einer bestimmten Personengruppe oder einzelnen Personen offenzulegen. Es handelt sich um einen freiwilligen Schritt, dem ein &#8220;inneres Coming-Out&#8221; vorhergehen muss, d.h. erst einmal selbst zu erkennen und sich selbst einzugestehen, nicht 100% heterosexuell veranlagt zu sein.</p>
<p>Ein Zwangsouting liegt vor, wenn man gegen den Willen einer Person deren Homosexualität öffentlich macht. Grundsätzlich sind solche Zwangsoutings abzulehnen. Sie können enorme Nachteile für die betroffenen Personen haben, bis hin zum Suizid oder in besonders rückständigen Kulturen tatsächlichen Morden, vermeintlich um die Ehre einer Familie oder einer Gemeinschaft wiederherzustellen.</p>
<p>Bei in der Öffentlichkeit stehenden Personen wie Politikern oder Geistlichen, die nach außen hin sehr homophob auftreten, im Geheimen aber homosexuell sind und das auch ausleben, kann man meiner Meinung nach darüber diskutieren, ob ein Zwangsouting nicht angebracht und ethisch vertretbar ist.</p>
<h3>Zwangsläufigouting</h3>
<p>Anders als viele meinen, geht es bei der Diskussion um den Post Privacy-Begriff aber nicht um Zwangsoutings. Es geht nicht darum, dass jeder dazu gezwungen werden soll, sein Privatleben offenzulegen. Es geht um etwas ganz anderes, nämlich eine dritte Kategorie: Zwangsläufigoutings.</p>
<p>Was ist damit gemeint? Ein Beispiel: Eine Lesbe weiß, dass ihr Arbeitgeber Homosexualität nicht toleriert und sie vermutlich entlassen würde, falls er von ihrer Homosexualität erfährt. Sie hat also ein Bedürfnis, dass der Arbeitgeber nichts von ihrer Homosexualität erfährt.</p>
<p>Gleichzeitig lebt sie in einer Partnerschaft und hat das Bedürfnis, diese Partnerschaft frei und ungezwungen auszuleben.</p>
<p>Diese beiden Bedürfnisse widersprechen sich, da ein freies Ausleben ihrer Partnerschaft mit großer Wahrscheinlichkeit <em>zwangsläufig</em> dazu führt, dass ihr Arbeitgeber irgendwann etwas davon erfährt, selbst wenn dieser gar nicht aktiv nachforscht.</p>
<p>Beispiele:</p>
<ul>
<li>Eine eingetragene Lebenspartnerschaft steht im nächsten Jahr auf der Lohnsteuerkarte</li>
<li>Hand in Hand im Park spazieren gehen: Auch Chefs und Kollegen gehen gerne im Park spazieren</li>
<li>Der Arbeitgeber oder ein Kollege ruft zuhause an, weil eine dringende betriebliche Frage geklärt werden muss, und die Partnerin geht ans Telefon</li>
<li>Eine Glückwunschanzeige für das Partnerschaftsjubiläum erscheint in der Zeitung</li>
<li>Im Hintergrund eines Pressefotos sind die beiden Frauen küssend in der Fußgängerzone zu sehen</li>
<li>Die Frau ist bei einem Freund zu einer Party eingeladen und bringt ihre Partnerin mit. Ratet mal, wer zufälligerweise noch da ist.</li>
<li>usw&#8230;</li>
<li>&#8230;</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<p>Es gibt viele vorhersehbare und unvorhersehbare Situationen, die zu einem Zwangsläufigouting führen können. Post Privacy sagt, dass die Menge dieser Situationen in Anbetracht des Internet als neuer Hyper-Öffentlichkeit exponentiell zunehmen werden.</p>
<p>Wo liegt die Lösung? Der Privacy-Ansatz bietet keine mittel- oder langfristige Lösung. Setzt er doch bei den betroffenen Personen voraus, jegliche Situation zu vermeiden, die zu einem Zwangsläufigouting führen könnte:</p>
<ul>
<li>Keine Lebenspartnerschaft eingehen</li>
<li>Nicht gemeinsam im Park spazieren gehen</li>
<li>Kein gemeinsames Telefon</li>
<li>Keine Glückwünsche in der Zeitung</li>
<li>Nicht in der Öffentlichkeit küssen</li>
<li>Nicht zusammen zu Parties gehen, zu denen nicht nur ein enger Personenkreis eingeladen ist</li>
<li>usw&#8230;</li>
<li>&#8230;</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<p>Alles enorme Einschränkungen der persönlichen Freiheit und der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Post Privacy sagt voraus, dass diese Einschränkungen in Zukunft noch zunehmen werden, da eine zunehmende Zahl von Aktionen der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit zu potentiellem Zwangsläufigouting führen werden.</p>
<p>Wir müssen also an Lösungen arbeiten, die dieses Problem mit anderen Strategien als Verschwiegenheit lösen.</p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=311&amp;md5=ccf37401124854e3e76c68e783b0d534" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Tsunami</title>
		<link>http://www.neunbeere.de/blog/2010/10/tsunami/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 19:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manche diskutieren über die Regulierung der Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, während eine kilometerhohe Tsunami auf sie zurollt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manche diskutieren über die Regulierung der Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, während eine kilometerhohe Tsunami auf sie zurollt.</p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=220&amp;md5=174147762fec5d9537f498ef166b4a59" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ungeregelte Darstellung öffentlicher Räume im Netz</title>
		<link>http://www.neunbeere.de/blog/2010/08/ungeregelte-darstellung-offentlicher-raume-im-netz/</link>
		<comments>http://www.neunbeere.de/blog/2010/08/ungeregelte-darstellung-offentlicher-raume-im-netz/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 00:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bezugnehmend auf meinen vorhergehenden Blogpost für alle, die sich fragen, wie eine &#8220;ungeregelte Darstellung öffentlicher Räume im Netz&#8221; denn so aussieht, hier ein paar Beispiele, wo mehr als  nur die Darstellung des öffentlichen Raumes extrem ungeregelt ist  Flashmob &#8220;Verkehrte Welt&#8221; Public Jump Public Picknick]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bezugnehmend auf <a title="Die Seelendiebe" href="http://www.neunbeere.de/blog/2010/08/die-seelendiebe/">meinen vorhergehenden Blogpost</a> für alle, die sich fragen, wie eine &#8220;ungeregelte Darstellung öffentlicher Räume im Netz&#8221; denn so aussieht, hier ein paar Beispiele, wo mehr als  nur die Darstellung des öffentlichen Raumes extrem ungeregelt ist  <img src='http://www.neunbeere.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<h2>Flashmob &#8220;Verkehrte Welt&#8221;</h2>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="280" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/BcXALOOhWmY?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="280" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/BcXALOOhWmY?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h2>Public Jump</h2>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="280" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/CRtJp9B_lEs?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="280" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/CRtJp9B_lEs?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h2>Public Picknick</h2>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="280" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/MP_9VheqZV4?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="280" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/MP_9VheqZV4?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=157&amp;md5=6241849befb22abec0a206ff386b1254" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was sollen denn die Leute denken&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 22:10:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>NineBerry</dc:creator>
				<category><![CDATA[Banales]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Google. Streetview]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches Handeln]]></category>
		<category><![CDATA[Ordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Datenschutz angeht, scheint es zwei sehr unterschiedliche Ansichten zu geben. Die einen wollen ihre Daten vor allem vor der Öffentlichkeit schützen, andere vor allem vor nicht öffentlichen Datenschnüfflern. Die aktuelle Diskussion um Google Streetview zeigt das sehr schon. Bei Google Streetview werden statische Bilder öffentlicher Straßenzüge im Internet dargestellt. Man sieht also die Straßen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was Datenschutz angeht, scheint es zwei sehr unterschiedliche Ansichten zu geben. Die einen wollen ihre Daten vor allem vor der Öffentlichkeit schützen, andere vor allem vor nicht öffentlichen Datenschnüfflern.</p>
<p>Die aktuelle Diskussion um Google Streetview zeigt das sehr schon. Bei Google Streetview werden statische Bilder öffentlicher Straßenzüge im Internet dargestellt. Man sieht also die Straßen und die Fassaden der Häuser. Außerdem Leute und Autos, die während dem Zeitpunkt der Aufnahme gerade dort waren.</p>
<p>In Deutschland scheint es dagegen sehr viel Misstrauen zu geben. Fast alle traditionellen Parteien, allen voran CDU/CSU und die Grünen machen deswegen gegen Google mobil. Dabei werden hier öffentliche Informationen (Straßen sind Teil des öffentlichen Raums) der Öffentlichkeit angeboten.</p>
<p>In die Intimsphäre von einzelnen Personen wird nicht eingegriffen, denn die Photos sind ja statisch und geben nur wieder, was zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort passiert ist. Auch gibt sich Google mühen, die Personen durch Verwischen der Gesichter zu anonymisieren. Es ist sogar geplant, Personen automatisch aus den Bildern heraus zu schneiden, so dass gar niemand mehr zu sehen ist.</p>
<p>Dieselben Personen, die Streetview kritisch sehen, scheinen keine großen Probleme mit anderer Form von Überwachung zu haben: Sie haben nichts gegen Überwachungskameras und Vorratsdatenspeicherung, obwohl hier 1) sehr viel mehr Informationen anfallen und 2) die Informationen nicht öffentlich sind, d.h. dass die Inhaber der Informationen alleine diese auswerten können.</p>
<p>Man sieht das wohl deswegen nicht problematisch, weil es ja &#8220;die Guten&#8221; sind, die diese Daten erheben und verwalten: Der Staat sammelt und überwacht, um Verbrecher und böse Terroristen zu fangen.</p>
<p>Bei mir persönlich ist es genau anders herum: Ich habe Probleme mit Überwachung vor allem dann, wenn nicht klar ist, wer welche Daten hat und nicht klar ist, wie die Daten verwendet werden.</p>
<p>Manche Menschen sind eher dem Staat gegenüber kritisch, manche misstrauen eher ihren Mitmenschen.</p>
<p>Von meiner Mutter hörte und höre ich ganz oft den Spruch &#8220;Was sollen denn die Leute denken&#8221;, wenn ich öffentlich etwas tat, was sich in der Dorfgemeinschaft, wo ich aufgewachsen bin, eigentlich nicht gehört. Wenn man z.B. mit rosa gefärbten Haaren in der Gegend herum läuft, was sollen denn da die Leute denken? Oder wenn mittags noch die Rolläden an den Fenstern geschlossen sind, weil man die ganze Nacht in der Disko war, was sollen denn da die Leute denken?</p>
<p>Mir ist es relativ egal, was &#8220;die Leute&#8221; von mir denken. Nicht egal ist es mir aber, wenn eine Institution mehr Informationen über mich hat als ich über sie.</p>
 <p><a href="http://www.neunbeere.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=146&amp;md5=81add29c4630aee7d6a342848a38caca" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.neunbeere.de/blog/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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